Das Wunder des Lebens durch Ton erfahren

Von Kugeln und Würfeln, - Kunsttherapie mit Bezug zum Leben


Was hat eine Kugel mit der Erkundung Deiner Innenwelt zu tun? Mit der Entstehung von Leben und dem All-Eins-Sein? - Und wie hilft Dir ein Würfel dabei, zu beginnen, Dein wahres Ich in die Welt zu bringen? Das kannst Du in meinem neuen Blogbeitrag erspüren und erleben.


Über Leben, Geburt und „Ich-Werdung“.


Siehst Du auf dem Bild da oben auch das leicht quadratische? Ich habe mich heute Morgen wie ein Würfel gefühlt,- und dieses Gefühl hat mich zu diesem Text hier inspiriert. Die Idee, dass ein Babybauch, kurz vor der Geburt, fast schon etwas würfeliges hat, die habe ich das erste Mal übrigens von Ellen Fisher, kurz vor ihrer letzten Geburt gehört,- und jetzt weiß ich ganz genau was sie meinte.


Sie hat übrigens einen wundervollen YouTube Kanal, den ich Dir sehr ans Herz legen kann, wenn Du auf der Suche nach positiven Geburtserfahrungen bist, wenn Du Dein Mindset für Deine eigene Schwangerschaft positiv stärken möchtest. Aber das nur am Rande.


Tauchen wir ein, in die Kunsttherapie,- und erfahre nun, was das überhaupt mit meinem Babybauch zu tun hat:


Erinnerst Du Dich noch an den Instagram Post, in dem Ich meine Schwangerschaft angekündigt habe?


(ich verlinke ihn hier)


Dort hielt ich eine Tonkugel in die Kamera, die ich einen Tag zuvor versuchte zu plastizieren.


„Versuchte“, weil ich eigentlich eine sehr gute Plastikerin bin und meine Kugeln sonst sehr eben und gleichzeitig prall und „vital“ wirken.


Diese jedoch sah sehr "geschwächt" aus. Als hätte sich jemand sehr damit abgekämpft:


Klein und beulig, mit Rissen,- außerdem hat der Ton nichts von meiner Körpertemperatur angenommen. Die Teilnehmerinnen des Art Soul Clubs, in dem die Kugel entstanden ist, sind beinahe erfroren, als sie meine Kugel in den Händen heilten. ;)


In diesem Moment viel mir etwas ein: "Schwangere sollen nicht plastizieren".


Was ich früher für ein übertrieben esoterisches, Dogma der anthroposophischen Kunsttherapie hielt, war für Mich plötzlich plausibel wie nie: Ich habe es am eigenen Leib erfahren, denn nicht nur die Kugel sah erschöpft aus,- auch das Entstehen Lassen der Kugel hatte mich völlig ausgezehrt.


Warum?


Ton wird durch die Handhabung des Menschen, im therapeutischen plastizieren, wie "lebendig".

Wir lassen die Formen Stück für Stück zwischen unseren Händen wachsen, so werden sie körperlich.


Nach und nach verwandelt sich das kalte, tote Material, Ton, in etwas, das sich lebendig anfühlt.


Je mehr "vitalkräfte" wir selber besitzen, desto lebendiger wirkt auch die Tonfigur.


Formen von Menschen die geschwächt und/oder krank sind,-

wirken ausgezehrt, eher wie Skelette, als wie das pralle Leben.


Dies kann zum Beispiel Menschen mit Krebserkrankungen betreffen sein (Tumorwachstum),- oder aber eben auch Schwangere, denn in beiden Fällen werden Kräfte für das Wachstum von etwas anderem, in ihrem eigenen Körper, gezehrt, die dann nicht für das Gestalten im Außen frei sind.

Das wird gleich etwas nachvollziehbarer, wenn Du erfährst, wie ich in der Kunsttherapie den Ton einsetze.


In Mir entstand also ein Leben,- die Kräfte, die ich für die Formgebung und das Wachstum meiner Kugel benötigt hätte, wurden in meinem inneren benötigt, um mein Baby entstehen zu lassen,- ihm Form zu geben und es wachsen zu lassen.


Für Mich absolut einleuchtend.


Was hat eine Kugel aber mit Deiner Innenwelt zu tun?


In den ersten Schwangerschaftswochen sagte meine Hausärztin zu mir „Frau Sharma, das kleine Leben, das da entsteht, ist gerade noch ganz auf sich bezogen. Versuchen Sie sich nicht gedanklich zu viel einzumischen, es ist dort ganz geschützt und macht von ganz allein, ganz unbewusst, das was der Lebensimpuls ihm vorgibt“.


Genau so entsteht eine Kugel in der Kunsttherapie.


Wir schließen die Augen; vor uns liegt ein Haufen Ton,- kühl und nass.


Stückchen für Stückchen nehmen wir den Ton in die Hände, kneten ihn, wärmen ihn an und lassen das Wunder geschehen:


Nach und nach bildet sich ein Zentrum, ein Kern,- um diesen sich eine Sphäre spannt. Wie ein kleiner Planet.

Wir lassen die Kugel förmlich zwischen unseren Händen wachsen,- ganz achtsam,- ohne Rollen, nur durch leichten, zentrierenden Druck.


Du bist sozusagen das Wachstums-Impuls gebende Lebensprinzip,- und der begrenzende Formgeber zugleich; wie Dein eigener Gott, in Deinem eigenen kleinen Mikrokosmos.


Das sind Schöpferkräfte.


Diese Bewegung,- in Richtung Zentrum, - von außen begrenzend, - macht in Deinem Innern, also seelisch, - exakt die selbe Bewegung:


Du bleibst bei Dir.


Diese Übung ist wundervoll, um Zugang zu Deinen Gefühlen zu bekommen.


Sei aber vorsichtig! Es ist wichtig, Dich hierbei immer wieder gut zu erden.


In manchen Fällen macht es auch Sinn, die Augen offen zu lassen.


Wenn Du weißt, dass Du schnell den Boden unter den Füßen verlierst, wenn Du z.B. dissoziierst,- oder dazu neigst, Dich in Deinen Gefühlen zu verstricken, dann mache hier bitte keine Experimente allein.


Diese Übung ist wirklich ein sehr intensiver Blick nach innen, ein „voll und ganz bei Dir sein“, das Unbewusstes hervor holen kann, wie fast nichts anderes. Oft kommen Gefühle hoch, von denen Du gar nicht wusstest, dass sie vorhanden sind. Das ist das wunderschöne und kraftvolle daran,- aber zugleich auch etwas, das beängstigend sein könnte.


Du bist in diesem Moment Dein eigenes Universum,- Du berührst Dich selbst, wie in einer tiefen Meditation.


Wie – und warum wird aus der Kugel ein Würfel? Und was hat das mit einer Geburt zu tun?


Kommen wir zum Würfel.


Wenn die Kugel entstanden ist, beginnt (wenn Du magst) ein Ablösungs-/Abnabelungsprozess.


Die Kugel fühlt sich an, wie ein Teil von Dir (wie das werdende Baby im Mutterleib).


Um einen Würfel entstehen zu lassen, musst Du die Kugel loslassen,- sie vor Dich stellen und lernen sie von Außen zu betrachten.


Der Würfel hat kein Wachstumsprinzip mehr. Er entsteht nur noch durch Verdichtung,- durch Begrenzung und Formgebung.

Dieser Prozess ist viel bewusster und mehr im Außen. Die Augen sind geöffnet und durch leichten Druck Deiner Daumen, lässt Du die Kanten entstehen.


Die Flächen entstehen durch das Aufliegen auf Deiner Unterlage/ dem Tisch.


Immer wieder drehst Du den entstehenden Würfel auf die nächste Seite und lässt so alle sechs Seiten entstehen.


Es ist ein Verwandlungsprozess,-Du gibst diesen Teil von Dir (die Kugel), das erste Mal in die Welt,- lässt sie los,- und gibst ihr ganz bewusst Ecken und Kanten.


Du bist liebevoll da für diese Form, aber Du betrachtest sie zum ersten Mal als eine eigenständige Wesenheit,- Du bist Grenzgeberin,- aber gleichzeitig bist auch Du selbst eine eigenständige Wesenheit, die die Form von außen betrachtet.


Du bekommst Abstand. -im Übertragenen Sinne, Abstand zu Deinen Gefühlen.


Das ist der Moment, in dem Dich Deine Gefühle nicht mehr überfluten können, denn Du bist wie gesagt „Grenzgeberin“; Du setzt Grenzen.

Aufs Leben bezogen, beginnst Du nun, bewusst die Anteile Deiner Selbst in die Welt zu bringen, die Du zeigen möchtest.


Du entscheidest bewusst,-


doch es ist immer noch eine Art "abhängiger" Prozess.

Der Würfel ist -nur- Verdichtung. Es ist fast, als würdest Du der Kugel das Lebendige nehmen.

Im ersten Moment ist das Wichtig,- denn es ist der Abnabelungsprozess,-es ist der Moment, wie beschrieben, in dem Du Abstand gewinnst.


Doch dann ist es an der Zeit, den Würfel „frei zu lassen“.


Aus dem Würfel darf, wenn Du möchtest, nun eine eigenständige Form werden.

Du musst dazu den Würfel nicht verändern, Du kannst das Gelernte in eine nächste Form mitnehmen.


Nun beginnt ein Wechselspiel aus zentriertem „bei-Dir-sein“ und bewusstem „In-Die-Welt-gehen“.


Wie rund und wie kantig soll die neue Form sein? Wie steht sie im Raum? Was möchtest Du von ihrem Innern zeigen,- wie weit soll sie sich öffnen,- oder soll sie ganz und gar geschlossen bleiben?

Ist sie eher groß oder klein?


Gib dieser Form Zeit und Raum sich zu entfalten. Stell Dir vor, es ist ein kleines Wesen,- ein Charakter, der wachsen möchte.


Und mein Babybauch?


Zwischen den Zeilen gelesen, könnte dies hier auch ein Text über Geburt und Erziehung sein.


Kugel und Würfel:


Je unbewusster und je abhängiger das Baby von Mir und dem Mutterleib ist, desto runder ist der Bauch.


Je größer das Kind wird,- je näher es vor der Geburt steht, desto mehr zeichnet sich die Form des Kindes am Bauch ab. Der Bauch ist kaum noch rund:


Man sieht die Bewegungen des Kindes,- die Kanten der Knochen und Körperstruktur des Kindes,-was, je nachdem, wie das Kind liegt, sehr eckig aussehen kann.


Das Kind kommt auf die Welt.


Wir nabeln uns ab,- sehen es zum ersten Mal als ein Gegenüber. Eine eigenständige Wesenheit. Wir sind immer noch für das Kind da. Es nimmt die Welt durch uns wahr, und findet Halt, indem wir ihm Boden unter den Füßen geben,- ihm liebevolle Grenzen Geben.

Es findet Halt durch uns und lernt allmählich sich an die Welt anzupassen. (Würfel)

...

Bis es schließlich ganz allein stehen kann. Es lernt laufen, es erkundet die Welt, es wird mehr und mehr zu einem eigenständigen Menschen, der sich frei entfalten möchte, der erkunden und entdecken möchte, wie, und wer er in der Welt sein will,-


und so, sozusagen, zu dieser letzten Form wird; die sich immer wieder verändern kann; die vielleicht mehrere Entwicklungsstadien durchlebt,- die es so als Form noch nicht gibt und vorher auch nicht erfunden werden kann. Sie muss durch Erfahrung entstehen.





Ich hoffe Du hattest Freude an diesem kleinen Vergleich zwischen Leben und Kunsttherapie.


Ich bin gespannt, ob Du genauso begeistert bist wie Ich, von diesen Parallelen.


Dieser Text ist wirklich ein sehr intensiver Einblick in die Art, wie ich mit Menschen arbeite und, wie ich die Kunsttherapie nutze und verstehe.


Wenn Du Interesse hast diese Dinge ein mal hautnah, in Dir selbst zu erleben, dann melde Dich gerne schon jetzt für eine Art Soul Session, oder eine Reihe von Art Soul Sessions Im Atelier, oder Online an (4 Sessions á insgesamt 7 Zeitstunden intensive Soul-Time).


Die Sessions selbst finden dann ab Oktober, also, nach meiner Babypause statt.


Alles Liebe,

Vanessa

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Vanessa Neera Sharma

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